Fensterschatten

Ich schreie so lange deinen Namen 
bis ich in der Eiseskälte erfriere
oder du endlich das Fenster öffnest.

Im Grunde ist es mir egal,
ob ich hier draußen erfriere.
Tod bin ich sowieso schon
oder zumindest innerlich erkaltet. 

Da stehe ich nun
seit gefühlten Stunden 
und spähe hoch 
zu den beiden kleinen Dachfenstern, 
die ich zuvor vor allem von innen kannte.
Gleich dahinter steht dein Bett, 
indem wir so viele Stunden gemeinsam verbrachten
und an nichts, außer uns beide dachten. 

Wie lange ich wohl noch warten muss,
bis die Stunden hier draußen 
die Stunden drinnen überwiegen.
Bin ich dann endlich frei? 

Dachte ich doch, 
dass ich ihn endlich gefunden habe,
den Ort wo ich hingehöre,
den Platz wo ich niemanden störe.

Und jetzt, ja jetzt sehe ich die
Schatten hinter den Fenstern 
und keiner davon bin ich. 

Bist du es?
Oder noch viel wichtiger, 
wer liegt da neben,
oder gar auf oder unter dir,
während ich hier stehe und warte.
Auf was warte ich eigentlich?
Auf Dich, auf mich
zu lange gewartet. 

Das Licht geht aus. 
Und ich bin immer noch nicht erfroren. 
Ist wohl gar nicht so einfach,
denke ich mir 
und mache mich weiter auf den Weg.
Wohin? 
Das weiß ich noch nicht. 
Nur weiter. 
Bis ich irgendwann wieder 
vor (D)einem Fenster stehe 
und das Licht die Schatten bricht. 










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Autor: Phasenwaise

Vollende gerade meinen ersten Roman "Der Sehnsucht Wegen" und würde mich über Zuschriften von Verlagen freuen. Sie werden es sicher nicht bereuen. Schreiben ist für mich Lebensäußerung. Da sitzt man nun still in seinem Kämmerlein und sortiert Buchstaben, formt daraus Wörter, wie der Bäcker aus Teig ein Brot zu formen versucht. Doch der klare Vorteil des Bäckers ist, dass er sogleich nach Vollendung des Form und Backprozesses eine Resonanz bekommt. Wird das Brot munden oder nicht. Das ist es. Der vermeintliche Schreiberling, schreibt und schreibt bis alle Tage, verwirft alles wieder. Fängt neu an und wiederholt diesen Vorgang immer wieder.

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