Traumgeister

Zugrunde gehen werdet ihr,
wo früher noch Sehnsucht war
ist jetzt nur noch eine
unstillbare Sucht nach  
Geld, Macht und Gier. 
Ich werde euer innerstes 
nach außen treiben
und zeige euch damit 
euer wahres Gesicht,
genauso wird es sein,
ob ihr es wollt oder nicht. 

Das Herz ist ein Muskel 
in der Größe einer Faust.
Doch leider wird dieser
immer öfter falsch eingesetzt
wo zuvor Verbundenheit das 
Ziel war, wird heute 
zumeist damit verletzt. 

Mit diesen Worten im Kopf
und vor Augen ein Geflecht 
aus nebelverschleierten Gedanken
ist er schweißgebadet erwacht.

Die Geister, die er nicht rief
trieben ihr böses Spiel, 
sie spuken immerzu 
in seinem brummenden Schädel,
kommen sie denn niemals zur Ruh. 
Im Traum, wie im wachen Zustand 
und dazwischen sowieso. 

Schlaftrunken greift er zu der 
Schachtel Zigaretten. 
Sie werden ihn wohl nicht lange, 
aber zumindest für den Moment retten. 
Er überlegt kurz 
und tastet dann unters Bett, 
wo eigentlich immer ein Feuerzeug
zu finden ist. 
Aschenbecher? Fehlanzeige. 
Aber das soll auch kein Problem sein. 
Neben dem Bett steht noch 
ein halb gefülltes Glas Rotwein. 
Dieser Gedanke entlockt ihm 
ein kurzes bittersüßes Lächeln.
Er denkt zurück an eine Zeit,
als er zumeist völlig verstrahlt
aufwachte, mit einer staubtrockenen Kehle,
die dringend nach Flüssigkeit verlangte
und da stand neben dem Bett eine offene 
Dose Bier und bevor er weiter darüber 
nachdachte, hatte er sie auch schon 
angesetzt und einen tiefen Schluck genommen,
es war ein Gemisch aus Bier und Kippen
und allein der Gedanke hätte schon gereicht,
damit alles was ihn ihm war 
ihm in diesem Moment wieder 
schwallartig entweicht. 

Mit diesen Erinnerungen im Kopf 
zündete er sich die Zigarette an,
sog den Rauch tief ein.
Ein Gefühl von Schwindel machte 
übermannte ihn, fast wie damals
im Schullandheim. 
Er genoss diesen nostalgischen Moment 
nahm noch ein paar Züge und versenkte 
die Zigarette dann im Rotwein. 
Und jetzt? 
Aufstehen, wäre eine Option gewesen,
vielleicht auch ein paar Seiten 
schreiben oder lesen. 
Aber nein, es war wohl schon ein neuer
Tag, aber eben auch Montag und mittlerweile
1.30 Uhr also noch viel zu früh 
um den Tag beginnen. 
Neuer Tag, neues Unglück? 
Und er dachte, was er in letzter Zeit 
schon des öfteren gedacht hatte.
Jeder Tag, der überstanden ist
bedeutete einen Tag weniger in
diesem zumeist aussichtslosen Strudel
wirrer Gedanken 
über Zukunft und Vergangenheit
und vor allem über die Zeit 
die dazwischen bleibt. 

Er ist zu müde,
um diese Gedanken weiter 
zu verfolgen.
Was im Grunde wohl auch besser ist,
für beide, ihn und die Gedanken. 
Die Macht der Müdigkeit 
lässt ihn zurückfallen 
und die Augen schließen. 
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Autor: Phasenwaise

Vollende gerade meinen ersten Roman "Der Sehnsucht Wegen" und würde mich über Zuschriften von Verlagen freuen. Sie werden es sicher nicht bereuen. Schreiben ist für mich Lebensäußerung. Da sitzt man nun still in seinem Kämmerlein und sortiert Buchstaben, formt daraus Wörter, wie der Bäcker aus Teig ein Brot zu formen versucht. Doch der klare Vorteil des Bäckers ist, dass er sogleich nach Vollendung des Form und Backprozesses eine Resonanz bekommt. Wird das Brot munden oder nicht. Das ist es. Der vermeintliche Schreiberling, schreibt und schreibt bis alle Tage, verwirft alles wieder. Fängt neu an und wiederholt diesen Vorgang immer wieder.

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