Lebenslänglich

Geburt.Schule.Arbeit.Tod!

An dieses Graffito, welches in meiner Jugend 
kurzzeitig unser Schulgebäude schmückte,
weil der Thomas des Nachts mal wieder
die Sprühdose zückte
musste ich gerade denken,
als ich an der neu ausgebauten
Reifenfabrik vorbeifuhr. 

Und wüsste man es nicht besser,
wenn man den großen Gitterzaun und 
mächtigen Tore davor sieht, 
könnte man durchaus glauben, 
dahinter würden sie den Menschen
ihre Freiheit rauben.
 
Allein beim Gedanken daran, 
jeden Tag dieses Drehkreuz zu 
passieren, dann an der Pforte 
meine Anwesenheit zu quittieren, 
stellen sich mir die Nackenhaare.
Und so komme ich zu der Frage,
welches wohl das größere Übel wäre. 
Fünf Tage die Woche dort hinzugehen,
dafür gibt es dann
ein, maximal zwei Tage Freigang. 
Und dann schon sonntags wieder dieses 
ungute Gefühl in der Magengegend zu spüren, 
wenn man an den montäglichen Einschluss denkt.

Aber zurück zum Gefängnis, 
dort bleibt man ja stationär 
manch einer gar lebenslänglich. 
Also der Fabrik gar nicht so unähnlich 
Was wiederum zu dem:  
"Geburt.Schule.Arbeit.Tod Bild passt". 
Alles ist durchgeplant, nur nicht 
nachdenken und einfach das tun,
was andere dir vormachen, 
genau wie bei dressierten Affen. 

Aber nein, nichts gegen die "echten" 
Affen, die können sich schließlich 
nicht wehren, wenn wir sie,
um unsere Schaulust zu befriedigen 
hinter Gitter sperren. 

Und wir Moderne Zeiten Menschen
wollen uns im Grunde wohl auch
gar nicht wehren und sollten 
einer das doch mal wagen,
können wir ihn ja immer noch
für den Rest seines Lebens 
hinter Gitter jagen.
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Autor: Phasenwaise

Vollende gerade meinen ersten Roman "Der Sehnsucht Wegen" und würde mich über Zuschriften von Verlagen freuen. Sie werden es sicher nicht bereuen. Schreiben ist für mich Lebensäußerung. Da sitzt man nun still in seinem Kämmerlein und sortiert Buchstaben, formt daraus Wörter, wie der Bäcker aus Teig ein Brot zu formen versucht. Doch der klare Vorteil des Bäckers ist, dass er sogleich nach Vollendung des Form und Backprozesses eine Resonanz bekommt. Wird das Brot munden oder nicht. Das ist es. Der vermeintliche Schreiberling, schreibt und schreibt bis alle Tage, verwirft alles wieder. Fängt neu an und wiederholt diesen Vorgang immer wieder.

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