Im freien Fall

 

Schon lange 
vor dem 
großen Knall 
spürte ich 
mit voller Wucht 
den Aufprall.

Das mit uns 
war doch 
so viel mehr
als nur gut 
und dann kam 
urplötzlich 
der Sinkflug 
waren wir uns
selbst nicht mehr
genug.

Sind wir wohl doch 
viel zu hoch geflogen. 
Ja, ich erinnere mich 
jetzt wieder daran,
wie du einst sagtest; 
das gefährliche ist 
nicht die Höhe 
sondern der Boden. 

Fühlte mich 
unverwundbar mit dir,
doch jetzt 
ich am Boden 
und du
bist nicht mehr da  
nur noch Scherben 
liegen hier. 

Ich weiß, 
ich muss jetzt 
damit aufhören, 
zurück zu blicken 
und endlich anfangen
wieder nach vorne 
zu schauen. 
Und wer weiß,  
vielleicht kann ich 
aus dem 
dunklen Scherbenhaufen
ein lichtdurchlässiges 
Mosaik bauen.
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So weit wie noch nie

Ich mag das Gefühl,
bei dir zu sein,
dann fühle ich 
mich sicher
und viel 
weniger allein. 

Bereits auf dem Weg 
zu dir
finde ich
Stück für Stück 
näher zu mir. 

Ich mag 
das Gefühl 
ein Teil 
deines Lebens 
zu sein.
Und jedes Mal, 
wenn ich 
bei dir bin 
fühlt es sich 
so an, 
als wäre ich
daheim.

Die Stille nach dem Aufprall

Als ich spürte,
wie sehr mich
dann doch 
das ganze 
im Nachhinein berührte,
war es leider
schon zu spät.

Dabei sagtest du 
doch immer,
dass jeden Tag
die Sonne wieder 
neu aufgeht.
Doch was nützt das,
wenn einer von beiden
jetzt auf der
anderen Seite steht.

Wie gerne
hätte ich dich
vorher nochmal gesehen.
Gedanken, die mich
seitdem quälen
und so vieles
wollte ich dir
gerne noch erzählen. 

Und jetzt,
alles was übrig blieb,
der verwundete Ort
am Straßenrand 
ein Strauß frisch
gepflückter Sonnenblummen
liegt dort.

 

Abschluss.

Ich spüre,
wie wir
wie zwei 
Segelboote
kurz vorm Kentern
im Auge des Sturmes
schwanken. 
Mit leerem Blick 
fragst du mich; 
was nützt die Liebe
in Gedanken?
Intuitiv antworte ich;
was nützt 
auch nur 
ein einziger Gedanke
ohne Liebe?! 
Ja, 
Was wäre denn dann 
überhaupt von Wert,
wenn nicht wenigstens 
ein Funke 
davon übrig bliebe...
Und genau
in diesem Moment
können wir beide 
in des Augen 
des anderen sehen, 
dass wir am Ende
von unserem gemeinsamen 
Wege stehen. 
Doch ganz gewiss 
war dieser 
keineswegs vergebens
denn die Zeit 
mit dir
war ein wesentlich 
wichtiger Bestandteil
meines Lebens.

Klammergriff

Du redest 
die ganze Zeit 
vom Dialog.
Doch in Wahrheit 
führen wir gefühlt
schon seit Tagen 
einen wechselseitigen Monolog.
Ach, 
wie gerne 
hielt ich früher 
deine Hand, 
wo ist sie hin,
die alles umfassende Nähe,
die uns selbst
über hunderte Kilometer
hinweg verband. 
Ist jetzt also Schluss 
und widerlegt unser
Minus mal Minus 
ergibt Plus. 
Bis zu diesem Tag 
hieß es noch,
das kriegen wir
schon irgendwie hin, 
ein Drittel Heizöl
zwei Drittel Benzin. 
Und jetzt, ja jetzt 
ich wieder zurück 
nach Frankfurt 
und du bleibst hier
in Berlin.

Let It Be

Viele Jahre lang, 
wenn nicht sogar
mein ganzes Leben,
bin ich 
immer dann,
weggerannt, 
wenn ich spürte,
dass mir jemand 
wirklich nahe kam
und ich kurz davor,
den Tarnumhang abzulegen. 
Weil es eben
vermeintlich 
viel leichter ist, 
wenn man immer wieder
vergisst 
und weg ist, 
bevor man sich 
zu nahe kommt 
und am Ende 
den anderen 
noch vermisst. 
Aber vielleicht 
ist es eben 
auch gerade das,
was am Ende wichtig ist
und unsere Welt 
im innersten zusammenhält,
wenn da jemand ist, 
der auch dann noch 
für uns da ist,
wenn um uns herum 
alles in sich 
zusammenfällt. 
Und mal von dem 
Beispiel abgesehen,
dass wir auf den Bahngleisen stehen, 
ist es wohl besser, 
auf den anderen zu zugehen,
um die Nähe zu zulassen 
anstatt sich wegzudrehen
um auf Nummer Sicher zu gehen 
und es zu lassen.

Wiedersehen

Als ich dich 
an diesem Tag,
der bis dahin 
allzu gewöhnlich 
und somit, 
wie eine Blaupause 
der vorigen Tage war,
plötzlich aus dem 
Kaffeehaus kommen sah, 
wusste ich 
nicht viel 
und noch viel weniger, 
wie mir geschah. 
Und auch,
wenn ich dich 
nicht aus nächster Nähe, 
sondern 
von der anderen Seite sah,
fühlt ich mich 
dir sogleich
unfassbar nah. 
Es war ja nicht so,
als hätte ich zuvor
nicht an dich gedacht, 
doch solange du weg
und für mich 
nicht sichtbar warst,
hat es mir,
wohl auch,
weil ich 
Weltmeister im verdrängen war,
mit jedem Tag 
ein bisschen weniger ausgemacht.  
Zumindest hatte ich 
mir das 
so gedacht, 
aber in Wahrheit,
hatte ich mir wohl 
die ganze Zeit 
vielleicht auch 
aus Selbstschutz 
nur etwas vorgemacht. 
Und bevor 
ich auch nur 
den Gedanken fassen konnte,
dir hinterher 
zu gehen, 
warst du verschwunden 
und seitdem 
nicht wiedergesehen.