Bianco.

Im Grunde 
meines Herzens
war ich wohl 
schon immer,
der gegen den 
Strom Schwimmer.

Ich weiß schon, 
es könnnte alles
so einfach sein,
doch stellte ich mir
ein ums andere mal 
kurz dem erreichen 
der Zielgeraden 
selbst ein Bein.

Verweilte zu oft 
an Orten, 
die ich besser 
nie entdeckte,
doch dachte ich wohl,
dass ich dort 
was ich glaubte
zu suchen versteckte.  

Nun wird es 
höchste Zeit 
all jene Andenken 
zu verbrennen
und aufzuhören
der Vergangenheit 
hinterher zu rennen. 

Also schließe ich 
die viel 
zu lange schon 
offen stehende 
und nichts als 
Kälte und Nordwind
bringende Hintertür. 

Mit der Hoffnung 
dann vielleicht 
wieder so rein 
und dumm zu sein,
wie ein weißes 
Blatt Papier.
Advertisements

Im freien Fall

 

Schon lange 
vor dem 
großen Knall 
spürte ich 
mit voller Wucht 
den Aufprall.

Das mit uns 
war doch 
so viel mehr
als nur gut 
und dann kam 
urplötzlich 
der Sinkflug 
waren wir uns
selbst nicht mehr
genug.

Sind wir wohl doch 
viel zu hoch geflogen. 
Ja, ich erinnere mich 
jetzt wieder daran,
wie du einst sagtest; 
das gefährliche ist 
nicht die Höhe 
sondern der Boden. 

Fühlte mich 
unverwundbar mit dir,
doch jetzt 
ich am Boden 
und du
bist nicht mehr da  
nur noch Scherben 
liegen hier. 

Ich weiß, 
ich muss jetzt 
damit aufhören, 
zurück zu blicken 
und endlich anfangen
wieder nach vorne 
zu schauen. 
Und wer weiß,  
vielleicht kann ich 
aus dem 
dunklen Scherbenhaufen
ein lichtdurchlässiges 
Mosaik bauen.

Die Stille nach dem Aufprall

Als ich spürte,
wie sehr mich
dann doch 
das ganze 
im Nachhinein berührte,
war es leider
schon zu spät.

Dabei sagtest du 
doch immer,
dass jeden Tag
die Sonne wieder 
neu aufgeht.
Doch was nützt das,
wenn einer von beiden
jetzt auf der
anderen Seite steht.

Wie gerne
hätte ich dich
vorher nochmal gesehen.
Gedanken, die mich
seitdem quälen
und so vieles
wollte ich dir
gerne noch erzählen. 

Und jetzt,
alles was übrig blieb,
der verwundete Ort
am Straßenrand 
ein Strauß frisch
gepflückter Sonnenblummen
liegt dort.

 

Hass isst Hirn auf

Bekomme eine Heidenangst, 
wenn ich sehe,
wie du von oben herab blickst
und dabei die immer
gleichen Phrasen drischst, 
die alten Parolen wieder
wiederholst. Konzentrierter Hass,
kann es nicht begreifen 
die dabei aufkommende Stimmung
macht mich sprachlos,
gefühlte Gemütsfarbe leichenblass. 

Du redest von Stolz 
und sich wieder 
zum Vaterland bekennen, 
wenn ich derlei Dinge höre
ist mir zum Haare raufen 
möchte ich am liebsten
weglaufen und erst dann,
wenn ich weit und breit
keine Hetze mehr vernehme
aufhören zu rennen. 
Doch das würde nichts nützen
und am Ende würden dich, 
wie auch schon 
zu vorigen Zeiten
alle wegsehenden 
nur noch unterstützen. 

Da ist leider nichts 
außer blankem Hass, 
den man durch die 
dich feiernden 
Reihen spürt. 
Und das, wo wir doch
im Grunde ganz genau
wissen, dass 
immer schon alles, 
was aus Hass entstand
unweigerlich in den 
Abgrund führt. 

Sinnfrage

Da ist so vieles,
was wir wohl 
Zeit unseres Lebens 
nie verstehen.
Selbst dann nicht,
wenn wir es uns 
auch noch so oft
wieder und wieder
im Detail ansehen. 

Stellt sich die Frage,
ob es denn 
überhaupt darum geht, 
dass man am Ende
alles versteht. 

Vielleicht ist es 
viel wichtiger, 
zu erkennen, 
dass wir einfach sind,
so wie Sterne, 
Staub und Wind. 

Doch leider 
ist es oftmals so,
dass man im Alltag 
vor lauter Hetze 
und vermeintlicher Wichtigkeit 
der Nichtigkeit vergisst,
wie schmal der Grat 
von lebenslänglich 
zu vergänglich ist.

Abschluss.

Ich spüre,
wie wir
wie zwei 
Segelboote
kurz vorm Kentern
im Auge des Sturmes
schwanken. 
Mit leerem Blick 
fragst du mich; 
was nützt die Liebe
in Gedanken?
Intuitiv antworte ich;
was nützt 
auch nur 
ein einziger Gedanke
ohne Liebe?! 
Ja, 
Was wäre denn dann 
überhaupt von Wert,
wenn nicht wenigstens 
ein Funke 
davon übrig bliebe...
Und genau
in diesem Moment
können wir beide 
in des Augen 
des anderen sehen, 
dass wir am Ende
von unserem gemeinsamen 
Wege stehen. 
Doch ganz gewiss 
war dieser 
keineswegs vergebens
denn die Zeit 
mit dir
war ein wesentlich 
wichtiger Bestandteil
meines Lebens.

Was du willst

Ja, ich weiß
alle denken 
du wärst ein Genie.
Mag schon sein
doch was dir fehlt
und meiner Meinung nach
viel mehr zählt
ist Empathie. 

Da kannst du
noch so viele
Märkte erschließen,
aber schaffst du es auch
nur ein einziges Mal 
im jetzt und hier 
einen einzigen Moment
zu genießen. 

Du sprichst davon
die Zielgerade schon
vor Augen zu sehen,
doch was du 
partout nicht 
verstehen willst,
Wege entstehen 
erst im gehen. 

Und am Ende
sitzt du dann 
in deinem Turm
aus Elfenbein
schwimmst im Geld
und bist allein.