The Places You Have Come To Fear The Most

Und so verweile ich 
immer noch hier, 
an dem Ort, 
wo alles begann.
Ja, so fühlt es sich 
auch tatsächlich an,
als ob hier Alles begann.
Und jetzt, 
Gedanken, die wie Scherben
vor mir liegen
und sich Stück für Stück 
zusammen fügen. 

Und so endet es wohl auch hier. 
Ohne dich, 
allein mit mir. 
Ich weiß es noch genau,
wir tranken billigen Fussel 
aus dem Tetra Pack,
doch durch dich 
bekam er einen
erlesenen Geschmack. 

Und jetzt, ja jetzt 
schmeckt er fad 
und schal wie Essig,
wie überhaupt
alles ohne dich.

Ich muss hier weg, 
dass weiß ich schon lange,
doch bei dem Gedanken,
was dann kommt,
wird mir jetzt schon
Angst und Bange.

 

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Dort hinten wird’s hell!

Thomas und ich sitzen rauchend
zuerst noch Kaffee, 
später Rotwein trinkend am See, 
und plötzlich, aus heiterem Himmel 
springt er auf und fragt mich; 
und was machst du eigentlich, 
wenn sie eben doch,
genau diese eine Frau ist,
wie man sie nur 
ein einziges mal im Leben trifft.
Und jedes mal, 
wenn der Nordwind weht
du traurige Musik hörend 
in deinem Zimmer sitzt 
und sie verdammt nochmal vermisst.

Sie dann aber eben nicht mehr da,
sondern ganz wo anders ist. 
Und bevor du jetzt gleich wieder
diese endlosen Phrasen drischst...
Ja, ich glaube auch 
an ein Licht, das niemals erlischt! 
Was aber in dem Fall, 
wenn es irgendwann 
doch zu spät ist,
wohl alles andere 
als wünschenswert ist. 

Bis einer geht.

Wir reden nun 
schon stundenlang 
ohne etwas 
zu sagen,
geschweige denn
zu fragen, 
einfach zu groß,
die Angst, 
die Wahrheit
zu erfahren. 

Immerhin 
fühlt es sich 
nicht ganz 
so schlimm an, 
wie die Tage zuvor, 
als wir 
uns stundenlang
gegenüber saßen
und schwiegen. 

Ob wir so lange
einfach irgendwas
reden können, 
bis alles gut ist,
wie es ist.

Doch wann, 
war das eigentlich
und wie lange würde
es wohl dauern, 
bis wir wieder 
dort wären
wo wir jetzt sind
uns einmauern
im luftleeren Raum. 

Und plötzlich 
ist es still,
weil keiner 
von uns 
sich weiter
im Kreise 
drehen will. 

Wird Zeit
umzudrehen, 
es bringt nichts 
gemeinsam 
immer wieder 
und wieder
den Abspann 
vor Augen 
zu sehen.

Vom Loslassen.

Jetzt sitzen wir 
hier eng umschlungen 
auf dem kalten 
Boden der Tatsachen.
Vielleicht soll es 
ja so sein, 
dass wir wie 
zerbrochene Eisschollen
zusammenfrieren. 

Weil wir glauben,
dass wir uns so 
weniger Zeit rauben. 
Wir teilen uns eine 
Zigarette, wie früher
als du mir 
zeigen wolltest,
wie man 
Rauchringe macht.

Unsere Lippen 
sind blau gefärbt 
vom Rotwein, 
wir müssen aufhören
jetzt...gleich
spüre wie wir fallen
die Knie werden weich.

Wir halten uns fest,
nehmen uns nochmal 
in den Arm.
Pass auf dich auf!
Du musst jetzt gehen,
sonst verpasst du  
die letzte Bahn.

Liebe!

Eine Frage, 
die uns wohl alle 
zeitlebens 
immer wieder erneut
aufwühlt, bewegt 
zu Boden wirft
und wieder aufhebt...

Wohin sie geht, 
wenn sie unversehens
verschwindet,
wie eine Feder,
die der Wind 
mit sich trägt.

Urplötzlich 
ist sie weg, 
Zuvor 
konntet ihr kaum
voneinander lassen. 
Und dann 
sprecht ihr davon,
dass es 
unausweichlich ist 
einander zu verlassen. 

Gerade hieß es noch,
erst durch Dich 
ergibt mein Leben
einen Sinn. 
Und gefühlt einen
Windhauch später: 
Ich werfe alles hin. 

Wie ist das möglich? 
Erst 
Einssein 
ja, vielleicht 
sogar daran denken, 
es könnte ein 
"für immer" sein, 
bis zu dem Gefühl 
gemeinsam allein zu sein. 
Aber genau 
das ist es wohl,
was Sie so besonders 
und unvergleichlich macht, 
dass man eben noch,
wie ein gebranntes Kind
das Feuer scheut, 
und sich 
im nächsten Moment 
wie ein Schneekönig 
des Lebens freut. 

Und so 
werden wir sie 
wohl immer wieder 
finden, verfluchen 
und im nächsten
Augenblick wieder
sehnsüchtig 
nach ihr suchen.

Und selbst dann, 
wenn ich wüsste, 
dass am Ende
nichts davon 
übrig bliebe,
gibt es wohl
nichts anderes,
wofür es sich 
so sehr 
zu kämpfen lohnt, 
wie für die Liebe.

 

Polaroid

An diesem Morgen
sah ich dich 
zum ersten mal 
seit langer Zeit
wieder ganz klar 
und unmittelbar

Dein Gesicht
deine Hand
zum greifen nah 
mit jeder Faser spürbar 
unser unsichtbares Band 


als hättest du 
meine Gedanken
gelesen, 
du bist schon 
viel zu lange 
nicht mehr
hier gewesen. 

Endlich
dachte ich,
kann ich dir
all das sagen, 
was ich zuvor
nicht mal wagte
zu fragen. 

Und dann 
als mein Mund 
gerade begann
die Worte zu formen,
deine Hand 
schon fast spürbar 
in meiner lag...


...wachte ich auf.

Außer Gefühlskontrolle.

Du hast deine Gefühle einfach nicht unter Kontrolle!

Das ist ein Satz, der mir immer
wieder zu Ohren kommt. Aber vielmehr
als das, könnte man wohl eher sagen,
er wird mir um die selbigen geschlagen. 

Also vielmehr Vorwurf als Feststellung.

Gefühle kontrollieren? 
Das will ich auch gar nicht! 

Wäre doch auch wirklich
fatal und wenn man genauer
darüber nachdenkt wohl auch
so etwas wie eine innere Qual. 
 
Wir leben ohnehin in einer Welt, 
in der im Grunde alles 
durchgetaktet, vorformatiert
und von Einsen und Nullen
kontrolliert und manifestiert wird. 
sollten es doch zumindest die Gefühle sein,
die wir nicht kontrollieren.

Ich bin froh, dass ich mitsamt
meiner Gefühle immer wieder etwas wage, 
manchmal gehen wir auch zuvor völlig 
ungekannte Pfade, 
nur so kann etwas neues
und völlig unvorhersehbares entstehen. 
Alles andere würde doch auch bedeuten,
dass wir immerzu tagein tagaus 
das gleiche sehen und uns 
so immer wieder im Kreise drehen. 

Und aus Kontrolle würde dann 
immer mehr Kälte entstehen,
so würde uns wohl nicht nur
klimatechnisch 
bald eine neue Eiszeit 
bevorstehen.