Was du willst

Ja, ich weiß
alle denken 
du wärst ein Genie.
Mag schon sein
doch was dir fehlt
und meiner Meinung nach
viel mehr zählt
ist Empathie. 

Da kannst du
noch so viele
Märkte erschließen,
aber schaffst du es auch
nur ein einziges Mal 
im jetzt und hier 
einen einzigen Moment
zu genießen. 

Du sprichst davon
die Zielgerade schon
vor Augen zu sehen,
doch was du 
partout nicht 
verstehen willst,
Wege entstehen 
erst im gehen. 

Und am Ende
sitzt du dann 
in deinem Turm
aus Elfenbein
schwimmst im Geld
und bist allein.
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Let It Be

Viele Jahre lang, 
wenn nicht sogar
mein ganzes Leben,
bin ich 
immer dann,
weggerannt, 
wenn ich spürte,
dass mir jemand 
wirklich nahe kam
und ich kurz davor,
den Tarnumhang abzulegen. 
Weil es eben
vermeintlich 
viel leichter ist, 
wenn man immer wieder
vergisst 
und weg ist, 
bevor man sich 
zu nahe kommt 
und am Ende 
den anderen 
noch vermisst. 
Aber vielleicht 
ist es eben 
auch gerade das,
was am Ende wichtig ist
und unsere Welt 
im innersten zusammenhält,
wenn da jemand ist, 
der auch dann noch 
für uns da ist,
wenn um uns herum 
alles in sich 
zusammenfällt. 
Und mal von dem 
Beispiel abgesehen,
dass wir auf den Bahngleisen stehen, 
ist es wohl besser, 
auf den anderen zu zugehen,
um die Nähe zu zulassen 
anstatt sich wegzudrehen
um auf Nummer Sicher zu gehen 
und es zu lassen.

Das Fremde

Die größten Gefahren 
sind eben nicht 
immer jene, 
die vermeintlich
hinter den eigenen 
vier Wänden,
oder den 
mit Trampolin bestückten
akribisch gepflegten
Gärten lauern, 
viel gefährlicher 
sind zuweilen jene, 
die mit brettern 
vor den Köpfen 
davor lauern.  
Sie mauern sich ein,
dann fühlen 
Sie sich geschützt 
und sind allein. 
Unter ihresgleichen.
Und auch,
wenn sie sich
im Grunde 
selbst nicht leiden können,
immer noch besser,
als alles Fremde,
was sie nicht kennen.  
Und natürlich 
können sie 
fremde Menschen leiden,
solange Sie nur 
fremde Menschen 
bleiben.

This House Is Not A Home

Es fühlt sich so an,
als säßen wir mitten im
gleißenden Sonnenlicht,
Keine Sonnenbrille zur Hand
und kein Schatten in Sicht. 

Dir steht die Überzeugung 
ins Gesicht geschrieben.
Du hast mich rechts überholt,
doch ich bin dabei 
irgendwie auf halber Strecke 
liegen geblieben. 

Du solltest doch 
zumindest ansatzweise spüren, 
dass ich mich fühle,
wie der letzte große Wal,
der versucht verzweifelt
aufzutauchen um ein wenig
Luft zu holen,
aber weit gefehlt, 
du denkst gar nicht daran,
also halte ich weiter aus 
und die Luft an.  

Du deutest mit 
mit dem Zeigefinger auf mich 
und sagst so Dinge, wie:
Die Finanzierung steht,
mit dem Auto sind wir 
in maximal zwanzig Minuten
in der Stadt,
und eine steinerne Buddha 
Figur würde die Gartenlounge
noch gemütlicher machen.  

Ich sehe, 
wie deine Lippen Worte formen,
doch es hört sich so an,
als kämen sie in einer mir
fremden Sprache bei mir an. 
Alles fühlt sich fremd an.

Lost in Translation. 

Und ich denke daran, 
was Benjamin Griffey sang;
"Trotz gut angefangenem Bau
Machen vier Wände lange kein
Haus (Schatz, Nein)".
Für diese Erkenntnis gebührt
ihm mehr als nur Applaus.
 
Du blickst nach draußen
auf die Einfahrt 
und sagst: 
Denk daran, 
Morgen kommt der Kies.
Und ich frage mich nur,
wann uns der letzte
Berührungspunkt verließ.

Wenn es gut ist

Ich war 
immer der Wanderer
im Nebelmeer. 
Doch plötzlich 
ist da kein Nebel mehr. 
Und jetzt 
ist alles, 
was vorher 
nur als entfernte
Silhouette zu erahnen war, 
unmittelbar
spür und fassbar.
Sehe zum ersten mal
alles klar.
Kein müssen mehr
und sollen
und vor allem 
nicht wie sonst,
dieses beklemmende
Gefühl woanders 
sein zu wollen.
Er ist weg,
der sonst
wie Herbstlaub
an mir haftende Gedanke:
 
Was nützen mir Flügel,
wenn ich den Wind 
nicht spüren kann!
Ich hab dich nicht gesucht, 
doch gefunden 
und wir sind
wie zwei offene Enden
miteinander verbunden. 
Ich erhebe mich.
Du siehst mich
mit großen Augen an:
Wo willst du hin?!
Nirgendwo! 
sage ich.
Ich bin da,
solange 
du auch da bist.

Warteschleife

Gleich rufe ich sie an,
spüre es gerade
mit jeder Faser meines
Körpers, dass ich 
keine Sekunde länger 
ohne den Klang 
ihrer Stimme sein kann. 

Als sie gestern 
zum Abschied sagte,
bis bald. 
war mir noch nicht bewusst,
dass ich schon heute
fast zerspringe,
voller Sehnsucht. 

Jetzt muss es 
einfach sein,
ganz aufgeregt 
mit zittrigen Fingern
tippe ich 
mich im Kreise drehend
auf das Display. 

Es klingelt*

Ist was? Fragt sie
völlig außer Atem klingend.  

Was ist das?! Denke ich mir
um Worte ringend. 

Dahin ist sie, die ganze Euphorie. 

Ich dachte, ich rufe dich mal an, 
sagte ich mit zittriger Stimme. 

Das ist ja schön und gut,
aber gerade ist es 
irgendwie...schlecht. 
Druckst sie mir entgegen. 

Ach so, ja klar 
ist doch überhaupt 
kein Problem.
Tat ich ganz souverän. 
ich wollte einfach mal 
deine Stimme hören...
Entgegne ich dann 
etwas verlegen.

Gut, dann bis bald! 
Ist alles, was sie erwidert
und legt auf. 

Seitdem ist fast ein Monat
vergangen...
wie lange es wohl dauert, 
bis die Sehnsucht verhallt?
Jetzt noch nicht,
doch wer weiß,
vielleicht ja bald.

Momentum

Wir beschleunigen das Leben,
in der Angst, 
wir könnten etwas verpassen. 
Jedoch, 
gerade weil wir  
es beschleunigen 
verpassen wir es. 

Wir wollen alles
und das zur gleichen Zeit.
Doch dabei verlieren wir 
den Bezug zur wahrhaftigen
Wirklichkeit. 

Dereinst ging es 
den Menschen 
draußen in der Natur 
um das wundervolle 
Zusammenspiel von Farben. 
Heute ist es es den meisten 
viel wichtiger, 
ob sie dort auch 
Internetzugang haben.