Bianco.

Im Grunde 
meines Herzens
war ich wohl 
schon immer,
der gegen den 
Strom Schwimmer.

Ich weiß schon, 
es könnnte alles
so einfach sein,
doch stellte ich mir
ein ums andere mal 
kurz dem erreichen 
der Zielgeraden 
selbst ein Bein.

Verweilte zu oft 
an Orten, 
die ich besser 
nie entdeckte,
doch dachte ich wohl,
dass ich dort 
was ich glaubte
zu suchen versteckte.  

Nun wird es 
höchste Zeit 
all jene Andenken 
zu verbrennen
und aufzuhören
der Vergangenheit 
hinterher zu rennen. 

Also schließe ich 
die viel 
zu lange schon 
offen stehende 
und nichts als 
Kälte und Nordwind
bringende Hintertür. 

Mit der Hoffnung 
dann vielleicht 
wieder so rein 
und dumm zu sein,
wie ein weißes 
Blatt Papier.
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So weit wie noch nie

Ich mag das Gefühl,
bei dir zu sein,
dann fühle ich 
mich sicher
und viel 
weniger allein. 

Bereits auf dem Weg 
zu dir
finde ich
Stück für Stück 
näher zu mir. 

Ich mag 
das Gefühl 
ein Teil 
deines Lebens 
zu sein.
Und jedes Mal, 
wenn ich 
bei dir bin 
fühlt es sich 
so an, 
als wäre ich
daheim.

Selbsterkenntnis

Ständig 
fragte ich mich, 
wie bekomme 
ich das hin,
endlich der zu sein,
der ich bin.
Dabei wurde mir 
immer mehr klar, 
dass ich mich
die ganze Zeit
immer nur durch
die Augen 
der anderen 
und also nur 
von außen sah, 
sodass das 
gar nicht mein 
wahres ich,
sondern lediglich
eine vage Vorstellung
von mir war. 
Also hörte 
ich endlich 
damit auf, 
mir selbst 
im Wege zu stehen. 
Und ja, 
wer es wirklich will
wird es verstehen
und fängt sodann 
auch damit an,
sich selbst zu sehen!

Let It Be

Viele Jahre lang, 
wenn nicht sogar
mein ganzes Leben,
bin ich 
immer dann,
weggerannt, 
wenn ich spürte,
dass mir jemand 
wirklich nahe kam
und ich kurz davor,
den Tarnumhang abzulegen. 
Weil es eben
vermeintlich 
viel leichter ist, 
wenn man immer wieder
vergisst 
und weg ist, 
bevor man sich 
zu nahe kommt 
und am Ende 
den anderen 
noch vermisst. 
Aber vielleicht 
ist es eben 
auch gerade das,
was am Ende wichtig ist
und unsere Welt 
im innersten zusammenhält,
wenn da jemand ist, 
der auch dann noch 
für uns da ist,
wenn um uns herum 
alles in sich 
zusammenfällt. 
Und mal von dem 
Beispiel abgesehen,
dass wir auf den Bahngleisen stehen, 
ist es wohl besser, 
auf den anderen zu zugehen,
um die Nähe zu zulassen 
anstatt sich wegzudrehen
um auf Nummer Sicher zu gehen 
und es zu lassen.

Wiedersehen

Als ich dich 
an diesem Tag,
der bis dahin 
allzu gewöhnlich 
und somit, 
wie eine Blaupause 
der vorigen Tage war,
plötzlich aus dem 
Kaffeehaus kommen sah, 
wusste ich 
nicht viel 
und noch viel weniger, 
wie mir geschah. 
Und auch,
wenn ich dich 
nicht aus nächster Nähe, 
sondern 
von der anderen Seite sah,
fühlt ich mich 
dir sogleich
unfassbar nah. 
Es war ja nicht so,
als hätte ich zuvor
nicht an dich gedacht, 
doch solange du weg
und für mich 
nicht sichtbar warst,
hat es mir,
wohl auch,
weil ich 
Weltmeister im verdrängen war,
mit jedem Tag 
ein bisschen weniger ausgemacht.  
Zumindest hatte ich 
mir das 
so gedacht, 
aber in Wahrheit,
hatte ich mir wohl 
die ganze Zeit 
vielleicht auch 
aus Selbstschutz 
nur etwas vorgemacht. 
Und bevor 
ich auch nur 
den Gedanken fassen konnte,
dir hinterher 
zu gehen, 
warst du verschwunden 
und seitdem 
nicht wiedergesehen.

Wenn es gut ist

Ich war 
immer der Wanderer
im Nebelmeer. 
Doch plötzlich 
ist da kein Nebel mehr. 
Und jetzt 
ist alles, 
was vorher 
nur als entfernte
Silhouette zu erahnen war, 
unmittelbar
spür und fassbar.
Sehe zum ersten mal
alles klar.
Kein müssen mehr
und sollen
und vor allem 
nicht wie sonst,
dieses beklemmende
Gefühl woanders 
sein zu wollen.
Er ist weg,
der sonst
wie Herbstlaub
an mir haftende Gedanke:
 
Was nützen mir Flügel,
wenn ich den Wind 
nicht spüren kann!
Ich hab dich nicht gesucht, 
doch gefunden 
und wir sind
wie zwei offene Enden
miteinander verbunden. 
Ich erhebe mich.
Du siehst mich
mit großen Augen an:
Wo willst du hin?!
Nirgendwo! 
sage ich.
Ich bin da,
solange 
du auch da bist.