Bianco.

Im Grunde 
meines Herzens
war ich wohl 
schon immer,
der gegen den 
Strom Schwimmer.

Ich weiß schon, 
es könnnte alles
so einfach sein,
doch stellte ich mir
ein ums andere mal 
kurz dem erreichen 
der Zielgeraden 
selbst ein Bein.

Verweilte zu oft 
an Orten, 
die ich besser 
nie entdeckte,
doch dachte ich wohl,
dass ich dort 
was ich glaubte
zu suchen versteckte.  

Nun wird es 
höchste Zeit 
all jene Andenken 
zu verbrennen
und aufzuhören
der Vergangenheit 
hinterher zu rennen. 

Also schließe ich 
die viel 
zu lange schon 
offen stehende 
und nichts als 
Kälte und Nordwind
bringende Hintertür. 

Mit der Hoffnung 
dann vielleicht 
wieder so rein 
und dumm zu sein,
wie ein weißes 
Blatt Papier.
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Die Stille nach dem Aufprall

Als ich spürte,
wie sehr mich
dann doch 
das ganze 
im Nachhinein berührte,
war es leider
schon zu spät.

Dabei sagtest du 
doch immer,
dass jeden Tag
die Sonne wieder 
neu aufgeht.
Doch was nützt das,
wenn einer von beiden
jetzt auf der
anderen Seite steht.

Wie gerne
hätte ich dich
vorher nochmal gesehen.
Gedanken, die mich
seitdem quälen
und so vieles
wollte ich dir
gerne noch erzählen. 

Und jetzt,
alles was übrig blieb,
der verwundete Ort
am Straßenrand 
ein Strauß frisch
gepflückter Sonnenblummen
liegt dort.

 

Abschluss.

Ich spüre,
wie wir
wie zwei 
Segelboote
kurz vorm Kentern
im Auge des Sturmes
schwanken. 
Mit leerem Blick 
fragst du mich; 
was nützt die Liebe
in Gedanken?
Intuitiv antworte ich;
was nützt 
auch nur 
ein einziger Gedanke
ohne Liebe?! 
Ja, 
Was wäre denn dann 
überhaupt von Wert,
wenn nicht wenigstens 
ein Funke 
davon übrig bliebe...
Und genau
in diesem Moment
können wir beide 
in des Augen 
des anderen sehen, 
dass wir am Ende
von unserem gemeinsamen 
Wege stehen. 
Doch ganz gewiss 
war dieser 
keineswegs vergebens
denn die Zeit 
mit dir
war ein wesentlich 
wichtiger Bestandteil
meines Lebens.

Selbsterkenntnis

Ständig 
fragte ich mich, 
wie bekomme 
ich das hin,
endlich der zu sein,
der ich bin.
Dabei wurde mir 
immer mehr klar, 
dass ich mich
die ganze Zeit
immer nur durch
die Augen 
der anderen 
und also nur 
von außen sah, 
sodass das 
gar nicht mein 
wahres ich,
sondern lediglich
eine vage Vorstellung
von mir war. 
Also hörte 
ich endlich 
damit auf, 
mir selbst 
im Wege zu stehen. 
Und ja, 
wer es wirklich will
wird es verstehen
und fängt sodann 
auch damit an,
sich selbst zu sehen!

Klammergriff

Du redest 
die ganze Zeit 
vom Dialog.
Doch in Wahrheit 
führen wir gefühlt
schon seit Tagen 
einen wechselseitigen Monolog.
Ach, 
wie gerne 
hielt ich früher 
deine Hand, 
wo ist sie hin,
die alles umfassende Nähe,
die uns selbst
über hunderte Kilometer
hinweg verband. 
Ist jetzt also Schluss 
und widerlegt unser
Minus mal Minus 
ergibt Plus. 
Bis zu diesem Tag 
hieß es noch,
das kriegen wir
schon irgendwie hin, 
ein Drittel Heizöl
zwei Drittel Benzin. 
Und jetzt, ja jetzt 
ich wieder zurück 
nach Frankfurt 
und du bleibst hier
in Berlin.

Was du willst

Ja, ich weiß
alle denken 
du wärst ein Genie.
Mag schon sein
doch was dir fehlt
und meiner Meinung nach
viel mehr zählt
ist Empathie. 

Da kannst du
noch so viele
Märkte erschließen,
aber schaffst du es auch
nur ein einziges Mal 
im jetzt und hier 
einen einzigen Moment
zu genießen. 

Du sprichst davon
die Zielgerade schon
vor Augen zu sehen,
doch was du 
partout nicht 
verstehen willst,
Wege entstehen 
erst im gehen. 

Und am Ende
sitzt du dann 
in deinem Turm
aus Elfenbein
schwimmst im Geld
und bist allein.

Rebell

Ich erinnere mich
noch daran, 
da schrie er lauthals, 
niemals und unter 
keinen Umständen, 
reihe er sich
in dieses menschenunwürdige 
kapitalistische System ein. 
Und jetzt,
gibt es für ihn nichts 
wichtigeres, 
als jeden Morgen
noch vor 
allen anderen Kollegen 
im Büro zu sein. 

Noch vor 
ein paar Jahren, 
war er bei jeder Demo 
ganz vorne mit dabei.
Heute fährt er 
höchstens mal 
mit seinem 
frisch gewachsten 
SUV daran vorbei. 

Früher 
wünschte er sich, 
Teil einer 
Jugendbewegung zu sein!
Heute beklagt er sich 
über mangelndes 
Nationalbewusstsein. 

Und ja, 
vielleicht 
klingt das jetzt 
ein wenig vermessen, 
aber nur, 
weil man "erwachsen" ist, 
muss man noch lange nicht
all seine Ideale vergessen!