Abschluss.

Ich spüre,
wie wir
wie zwei 
Segelboote
kurz vorm Kentern
im Auge des Sturmes
schwanken. 
Mit leerem Blick 
fragst du mich; 
was nützt die Liebe
in Gedanken?
Intuitiv antworte ich;
was nützt 
auch nur 
ein einziger Gedanke
ohne Liebe?! 
Ja, 
Was wäre denn dann 
überhaupt von Wert,
wenn nicht wenigstens 
ein Funke 
davon übrig bliebe...
Und genau
in diesem Moment
können wir beide 
in des Augen 
des anderen sehen, 
dass wir am Ende
von unserem gemeinsamen 
Wege stehen. 
Doch ganz gewiss 
war dieser 
keineswegs vergebens
denn die Zeit 
mit dir
war ein wesentlich 
wichtiger Bestandteil
meines Lebens.
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Selbsterkenntnis

Ständig 
fragte ich mich, 
wie bekomme 
ich das hin,
endlich der zu sein,
der ich bin.
Dabei wurde mir 
immer mehr klar, 
dass ich mich
die ganze Zeit
immer nur durch
die Augen 
der anderen 
und also nur 
von außen sah, 
sodass das 
gar nicht mein 
wahres ich,
sondern lediglich
eine vage Vorstellung
von mir war. 
Also hörte 
ich endlich 
damit auf, 
mir selbst 
im Wege zu stehen. 
Und ja, 
wer es wirklich will
wird es verstehen
und fängt sodann 
auch damit an,
sich selbst zu sehen!

Klammergriff

Du redest 
die ganze Zeit 
vom Dialog.
Doch in Wahrheit 
führen wir gefühlt
schon seit Tagen 
einen wechselseitigen Monolog.
Ach, 
wie gerne 
hielt ich früher 
deine Hand, 
wo ist sie hin,
die alles umfassende Nähe,
die uns selbst
über hunderte Kilometer
hinweg verband. 
Ist jetzt also Schluss 
und widerlegt unser
Minus mal Minus 
ergibt Plus. 
Bis zu diesem Tag 
hieß es noch,
das kriegen wir
schon irgendwie hin, 
ein Drittel Heizöl
zwei Drittel Benzin. 
Und jetzt, ja jetzt 
ich wieder zurück 
nach Frankfurt 
und du bleibst hier
in Berlin.

Feelings aus der Asche

Die leeren Pizzakartons 
türmen sich an der Wand, 
reichen den stehengelassenen 
Weinflaschen und  
Kaffeetassen die Hand. 

Ich sitze auf dem unbequemen 
Plastiksessel von Ikea, 
weil das der einzige Platz
ist, der noch halbwegs frei ist,
davor hab ich die zuvor mit Zeitungen 
vollgestapelte Orangekiste umgedreht,
die so auch erst mal ganz gut 
als Tisch durchgeht.

Darauf liegt ausnahmsweise nichts,
außer weißes Papier,
ich halte den Stift in der linken
und eine Kippe in der anderen Hand. 

Weiß schon gar nicht mehr, 
wann es angefangen hat aufzuhören,
mit dir und danach auch mit mir.  

Weiß noch, wie du 
immer sagtest;
das Glas ist halbvoll 
und nicht halbleer. 
Doch, 
anstatt, dass du gegangen
bist, kamst du einfach 
nicht mehr her. 

Oder war ich es,
der ging, weil ich mehr 
an der Freiheit, 
als an dir hing. 

Ich will nur, 
dass du weißt,
dass ich weiß 
was ich will.

Bringe diesen Satz 
nun schon zum wiederholten
mal zu Papier und hoffe,
dass ich ihn irgendwann 
selbst glauben werde. 

Ich nehme einen Schluck
Instant Kaffee, 
er ist kalt.

Instant Kaffee 
Instant Life. 

Bevor die Glut
gleich wieder zu Boden
und zur übrigen Asche fällt,
zerfällt, schnippe ich sie 
in den Kaffeebecher 

Und als es dann leise zischt, 
frage ich mich, 
ob es das jetzt war, 
dieses Licht, 
welches angeblich 
niemals erlischt. 

This House Is Not A Home

Es fühlt sich so an,
als säßen wir mitten im
gleißenden Sonnenlicht,
Keine Sonnenbrille zur Hand
und kein Schatten in Sicht. 

Dir steht die Überzeugung 
ins Gesicht geschrieben.
Du hast mich rechts überholt,
doch ich bin dabei 
irgendwie auf halber Strecke 
liegen geblieben. 

Du solltest doch 
zumindest ansatzweise spüren, 
dass ich mich fühle,
wie der letzte große Wal,
der versucht verzweifelt
aufzutauchen um ein wenig
Luft zu holen,
aber weit gefehlt, 
du denkst gar nicht daran,
also halte ich weiter aus 
und die Luft an.  

Du deutest mit 
mit dem Zeigefinger auf mich 
und sagst so Dinge, wie:
Die Finanzierung steht,
mit dem Auto sind wir 
in maximal zwanzig Minuten
in der Stadt,
und eine steinerne Buddha 
Figur würde die Gartenlounge
noch gemütlicher machen.  

Ich sehe, 
wie deine Lippen Worte formen,
doch es hört sich so an,
als kämen sie in einer mir
fremden Sprache bei mir an. 
Alles fühlt sich fremd an.

Lost in Translation. 

Und ich denke daran, 
was Benjamin Griffey sang;
"Trotz gut angefangenem Bau
Machen vier Wände lange kein
Haus (Schatz, Nein)".
Für diese Erkenntnis gebührt
ihm mehr als nur Applaus.
 
Du blickst nach draußen
auf die Einfahrt 
und sagst: 
Denk daran, 
Morgen kommt der Kies.
Und ich frage mich nur,
wann uns der letzte
Berührungspunkt verließ.

Wenn es gut ist

Ich war 
immer der Wanderer
im Nebelmeer. 
Doch plötzlich 
ist da kein Nebel mehr. 
Und jetzt 
ist alles, 
was vorher 
nur als entfernte
Silhouette zu erahnen war, 
unmittelbar
spür und fassbar.
Sehe zum ersten mal
alles klar.
Kein müssen mehr
und sollen
und vor allem 
nicht wie sonst,
dieses beklemmende
Gefühl woanders 
sein zu wollen.
Er ist weg,
der sonst
wie Herbstlaub
an mir haftende Gedanke:
 
Was nützen mir Flügel,
wenn ich den Wind 
nicht spüren kann!
Ich hab dich nicht gesucht, 
doch gefunden 
und wir sind
wie zwei offene Enden
miteinander verbunden. 
Ich erhebe mich.
Du siehst mich
mit großen Augen an:
Wo willst du hin?!
Nirgendwo! 
sage ich.
Ich bin da,
solange 
du auch da bist.

Behind Closed Doors

Ich bin draußen.
Stehe vor deiner Tür.
Fühlt sich an, 
als wäre ich 
Lichtjahre entfernt 
von dir.

Du bist hinter der Tür.
Spüre, wie mir plötzlich
salzig schmeckende Tropfen
über die Wange rinnen.

Höre, wie es drinnen scheppert,
du wohl wieder am umräumen 
und aussortieren bist.
Immer irgendwas zu tun. 
Und, wie du immer sagst
du hast keine Zeit zu ruhen. 

Vielleicht mit einer der Gründe,
warum ich jetzt hier draußen
und nicht da drinnen,
bei dir. 

Wie eine unbezwingbare Mauer
erscheint sie mir,
die sonst immer schwer zu schließende
alte Eichentür.

Höre, wie dein Telefon klingelt
und halte den Atem an,
dann gehst du dran.
Stille!
Dann höre ich dich lachen.
Doch nicht ich bin es, 
der dich zum lachen bringt.
Nicht mehr. 

Ich gehe jetzt,
denke ich 
und halte noch einen Moment inne.
Dann klingelt mein Telefon.
Ich schaue aufs Display,
bevor ich sehen kann, 
wer es ist...
schon zu spät.
Das Display ist schwarz.
Der Akku ist leer!