This House Is Not A Home

Es fühlt sich so an,
als säßen wir mitten im
gleißenden Sonnenlicht,
Keine Sonnenbrille zur Hand
und kein Schatten in Sicht. 

Dir steht die Überzeugung 
ins Gesicht geschrieben.
Du hast mich rechts überholt,
doch ich bin dabei 
irgendwie auf halber Strecke 
liegen geblieben. 

Du solltest doch 
zumindest ansatzweise spüren, 
dass ich mich fühle,
wie der letzte große Wal,
der versucht verzweifelt
aufzutauchen um ein wenig
Luft zu holen,
aber weit gefehlt, 
du denkst gar nicht daran,
also halte ich weiter aus 
und die Luft an.  

Du deutest mit 
mit dem Zeigefinger auf mich 
und sagst so Dinge, wie:
Die Finanzierung steht,
mit dem Auto sind wir 
in maximal zwanzig Minuten
in der Stadt,
und eine steinerne Buddha 
Figur würde die Gartenlounge
noch gemütlicher machen.  

Ich sehe, 
wie deine Lippen Worte formen,
doch es hört sich so an,
als kämen sie in einer mir
fremden Sprache bei mir an. 
Alles fühlt sich fremd an.

Lost in Translation. 

Und ich denke daran, 
was Benjamin Griffey sang;
"Trotz gut angefangenem Bau
Machen vier Wände lange kein
Haus (Schatz, Nein)".
Für diese Erkenntnis gebührt
ihm mehr als nur Applaus.
 
Du blickst nach draußen
auf die Einfahrt 
und sagst: 
Denk daran, 
Morgen kommt der Kies.
Und ich frage mich nur,
wann uns der letzte
Berührungspunkt verließ.
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Straßenköter vs. Schoßhund

Muss ich denn wirklich immer wieder
mit der Fresse auf das raue, kalte 
und mit Straßendreck bedeckte 
Kopfsteinpflaster aufknallen,
um die längst schon zerfledderte unnahbare
Punk Rock Attitüde aufrecht zu erhalten. 

Und,
wenn ich das doch alles weiß, 
wieso mache ich dann immer so weiter
mit beiden Beinen auf dem Boden,
doch der ist mit Tretminen bedeckt. 

Nur, um wieder und wieder festzustellen,
dass es barbarisch stinkt! 
Von wegen, mit einem Wisch ist alles weg,
bald ist der ganze Flickenteppich 
nicht mehr als ein einziger Fleck.

Wo willst du hin? 
fragte mich Caro
mit zittriger Stimme

Wenn ich wüsste, wo ich bin, könnte 
ich ihr vielleicht auch sagen, 
wohin ich will.

Muss weiterziehen, 
bis der Winter kommt. 

Aber auch Straßenköter
sind manchmal gerne drinnen. 
Um sich aufzuwärmen, 
aber nicht zu lang,
beim Gedanken an
dauerhaftes bewohnt werden
wird ihnen Angst und bang. 

Und dann? 

Wieder raus, 
die kälte spüren.

Aber nicht zu lange,
auch Straßenköter 
können erfrieren.

 

Der Sparwaschgang des Lebens

Er sitzt auf der Toilette 
die Tür zum Badezimmer steht offen
von hier aus betrachtet er die Waschmaschine 
in die er vor ein paar Minuten 
seine schmutzige Wäsche warf.
Sieht darin sein Leben ablaufen
man könnte auch sagen absaufen
es ist ähnlich wie die schmutzige Wäsche
die darin im Kreise läuft,
in einer bräunlichen Suppe schwimmt.

Ab und zu schmeißt du den ganzen Müll,
der sich im Kopf ansammelt
in die imaginäre Waschmaschine
wäschst das ganze bei 30 Grad,
natürlich im Sparwaschgang 
weil das Wasser und Zeit spart
und wunderst dich dann jedes mal 
über den ganzen Schmutz, 
der nach der Sparwäsche 
an dir haften bleibt. 
Und das machst du immer wieder...
sudelst dich im Alltagsdreck
und dann irgendwann 
bekommst du ihn einfach  
nicht mehr weg. 
Er bleibt. 
Haftet fest an dir,
wie feuchtes Laub im Herbst. 

Gedankenregen

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Regentropfen aus Gedanken
überfluten mein Gesicht 
tränken zärtlich meine Wangen
rauben mir das Gleichgewicht.

Zaghaft sinke ich zu Boden
kahle Wände nähern sich
meine Hände suchen Nähe
meine Augen suchen Dich. 

Träume drängen klare Wege
gegen jede Wand 
meine Augen sind verschleiert
kalte Tränen fast verbrannt

Alles Leben scheint zu schwinden
in der Tiefe feiner Kerben
denn in diesem Augenblick
lässt mich jene Sehnsucht sterben.