Im freien Fall

 

Schon lange 
vor dem 
großen Knall 
spürte ich 
mit voller Wucht 
den Aufprall.

Das mit uns 
war doch 
so viel mehr
als nur gut 
und dann kam 
urplötzlich 
der Sinkflug 
waren wir uns
selbst nicht mehr
genug.

Sind wir wohl doch 
viel zu hoch geflogen. 
Ja, ich erinnere mich 
jetzt wieder daran,
wie du einst sagtest; 
das gefährliche ist 
nicht die Höhe 
sondern der Boden. 

Fühlte mich 
unverwundbar mit dir,
doch jetzt 
ich am Boden 
und du
bist nicht mehr da  
nur noch Scherben 
liegen hier. 

Ich weiß, 
ich muss jetzt 
damit aufhören, 
zurück zu blicken 
und endlich anfangen
wieder nach vorne 
zu schauen. 
Und wer weiß,  
vielleicht kann ich 
aus dem 
dunklen Scherbenhaufen
ein lichtdurchlässiges 
Mosaik bauen.
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Sinnfrage

Da ist so vieles,
was wir wohl 
Zeit unseres Lebens 
nie verstehen.
Selbst dann nicht,
wenn wir es uns 
auch noch so oft
wieder und wieder
im Detail ansehen. 

Stellt sich die Frage,
ob es denn 
überhaupt darum geht, 
dass man am Ende
alles versteht. 

Vielleicht ist es 
viel wichtiger, 
zu erkennen, 
dass wir einfach sind,
so wie Sterne, 
Staub und Wind. 

Doch leider 
ist es oftmals so,
dass man im Alltag 
vor lauter Hetze 
und vermeintlicher Wichtigkeit 
der Nichtigkeit vergisst,
wie schmal der Grat 
von lebenslänglich 
zu vergänglich ist.

Abschluss.

Ich spüre,
wie wir
wie zwei 
Segelboote
kurz vorm Kentern
im Auge des Sturmes
schwanken. 
Mit leerem Blick 
fragst du mich; 
was nützt die Liebe
in Gedanken?
Intuitiv antworte ich;
was nützt 
auch nur 
ein einziger Gedanke
ohne Liebe?! 
Ja, 
Was wäre denn dann 
überhaupt von Wert,
wenn nicht wenigstens 
ein Funke 
davon übrig bliebe...
Und genau
in diesem Moment
können wir beide 
in des Augen 
des anderen sehen, 
dass wir am Ende
von unserem gemeinsamen 
Wege stehen. 
Doch ganz gewiss 
war dieser 
keineswegs vergebens
denn die Zeit 
mit dir
war ein wesentlich 
wichtiger Bestandteil
meines Lebens.

Klammergriff

Du redest 
die ganze Zeit 
vom Dialog.
Doch in Wahrheit 
führen wir gefühlt
schon seit Tagen 
einen wechselseitigen Monolog.
Ach, 
wie gerne 
hielt ich früher 
deine Hand, 
wo ist sie hin,
die alles umfassende Nähe,
die uns selbst
über hunderte Kilometer
hinweg verband. 
Ist jetzt also Schluss 
und widerlegt unser
Minus mal Minus 
ergibt Plus. 
Bis zu diesem Tag 
hieß es noch,
das kriegen wir
schon irgendwie hin, 
ein Drittel Heizöl
zwei Drittel Benzin. 
Und jetzt, ja jetzt 
ich wieder zurück 
nach Frankfurt 
und du bleibst hier
in Berlin.

Was du willst

Ja, ich weiß
alle denken 
du wärst ein Genie.
Mag schon sein
doch was dir fehlt
und meiner Meinung nach
viel mehr zählt
ist Empathie. 

Da kannst du
noch so viele
Märkte erschließen,
aber schaffst du es auch
nur ein einziges Mal 
im jetzt und hier 
einen einzigen Moment
zu genießen. 

Du sprichst davon
die Zielgerade schon
vor Augen zu sehen,
doch was du 
partout nicht 
verstehen willst,
Wege entstehen 
erst im gehen. 

Und am Ende
sitzt du dann 
in deinem Turm
aus Elfenbein
schwimmst im Geld
und bist allein.

Feelings aus der Asche

Die leeren Pizzakartons 
türmen sich an der Wand, 
reichen den stehengelassenen 
Weinflaschen und  
Kaffeetassen die Hand. 

Ich sitze auf dem unbequemen 
Plastiksessel von Ikea, 
weil das der einzige Platz
ist, der noch halbwegs frei ist,
davor hab ich die zuvor mit Zeitungen 
vollgestapelte Orangekiste umgedreht,
die so auch erst mal ganz gut 
als Tisch durchgeht.

Darauf liegt ausnahmsweise nichts,
außer weißes Papier,
ich halte den Stift in der linken
und eine Kippe in der anderen Hand. 

Weiß schon gar nicht mehr, 
wann es angefangen hat aufzuhören,
mit dir und danach auch mit mir.  

Weiß noch, wie du 
immer sagtest;
das Glas ist halbvoll 
und nicht halbleer. 
Doch, 
anstatt, dass du gegangen
bist, kamst du einfach 
nicht mehr her. 

Oder war ich es,
der ging, weil ich mehr 
an der Freiheit, 
als an dir hing. 

Ich will nur, 
dass du weißt,
dass ich weiß 
was ich will.

Bringe diesen Satz 
nun schon zum wiederholten
mal zu Papier und hoffe,
dass ich ihn irgendwann 
selbst glauben werde. 

Ich nehme einen Schluck
Instant Kaffee, 
er ist kalt.

Instant Kaffee 
Instant Life. 

Bevor die Glut
gleich wieder zu Boden
und zur übrigen Asche fällt,
zerfällt, schnippe ich sie 
in den Kaffeebecher 

Und als es dann leise zischt, 
frage ich mich, 
ob es das jetzt war, 
dieses Licht, 
welches angeblich 
niemals erlischt. 

Behind Closed Doors

Ich bin draußen.
Stehe vor deiner Tür.
Fühlt sich an, 
als wäre ich 
Lichtjahre entfernt 
von dir.

Du bist hinter der Tür.
Spüre, wie mir plötzlich
salzig schmeckende Tropfen
über die Wange rinnen.

Höre, wie es drinnen scheppert,
du wohl wieder am umräumen 
und aussortieren bist.
Immer irgendwas zu tun. 
Und, wie du immer sagst
du hast keine Zeit zu ruhen. 

Vielleicht mit einer der Gründe,
warum ich jetzt hier draußen
und nicht da drinnen,
bei dir. 

Wie eine unbezwingbare Mauer
erscheint sie mir,
die sonst immer schwer zu schließende
alte Eichentür.

Höre, wie dein Telefon klingelt
und halte den Atem an,
dann gehst du dran.
Stille!
Dann höre ich dich lachen.
Doch nicht ich bin es, 
der dich zum lachen bringt.
Nicht mehr. 

Ich gehe jetzt,
denke ich 
und halte noch einen Moment inne.
Dann klingelt mein Telefon.
Ich schaue aufs Display,
bevor ich sehen kann, 
wer es ist...
schon zu spät.
Das Display ist schwarz.
Der Akku ist leer!