Bis einer geht.

Wir reden nun 
schon stundenlang 
ohne etwas 
zu sagen,
geschweige denn
zu fragen, 
einfach zu groß,
die Angst, 
die Wahrheit
zu erfahren. 

Immerhin 
fühlt es sich 
nicht ganz 
so schlimm an, 
wie die Tage zuvor, 
als wir 
uns stundenlang
gegenüber saßen
und schwiegen. 

Ob wir so lange
einfach irgendwas
reden können, 
bis alles gut ist,
wie es ist.

Doch wann, 
war das eigentlich
und wie lange würde
es wohl dauern, 
bis wir wieder 
dort wären
wo wir jetzt sind
uns einmauern
im luftleeren Raum. 

Und plötzlich 
ist es still,
weil keiner 
von uns 
sich weiter
im Kreise 
drehen will. 

Wird Zeit
umzudrehen, 
es bringt nichts 
gemeinsam 
immer wieder 
und wieder
den Abspann 
vor Augen 
zu sehen.

Liebe!

Eine Frage, 
die uns wohl alle 
zeitlebens 
immer wieder erneut
aufwühlt, bewegt 
zu Boden wirft
und wieder aufhebt...

Wohin sie geht, 
wenn sie unversehens
verschwindet,
wie eine Feder,
die der Wind 
mit sich trägt.

Urplötzlich 
ist sie weg, 
Zuvor 
konntet ihr kaum
voneinander lassen. 
Und dann 
sprecht ihr davon,
dass es 
unausweichlich ist 
einander zu verlassen. 

Gerade hieß es noch,
erst durch Dich 
ergibt mein Leben
einen Sinn. 
Und gefühlt einen
Windhauch später: 
Ich werfe alles hin. 

Wie ist das möglich? 
Erst 
Einssein 
ja, vielleicht 
sogar daran denken, 
es könnte ein 
"für immer" sein, 
bis zu dem Gefühl 
gemeinsam allein zu sein. 
Aber genau 
das ist es wohl,
was Sie so besonders 
und unvergleichlich macht, 
dass man eben noch,
wie ein gebranntes Kind
das Feuer scheut, 
und sich 
im nächsten Moment 
wie ein Schneekönig 
des Lebens freut. 

Und so 
werden wir sie 
wohl immer wieder 
finden, verfluchen 
und im nächsten
Augenblick wieder
sehnsüchtig 
nach ihr suchen.

Und selbst dann, 
wenn ich wüsste, 
dass am Ende
nichts davon 
übrig bliebe,
gibt es wohl
nichts anderes,
wofür es sich 
so sehr 
zu kämpfen lohnt, 
wie für die Liebe.

 

netzabhängig

Kürzlich sprach mich 
auf der Straße jemand an, 
fragte mich, ob ich ihm mal 
mein Handy leihen kann. 
Ich verstand erst nicht, 
dachte, er will mich bestehlen
und sagte hey, das ist nicht 
einfach nur ein Handy, 
darin verbirgt sich ein Teil 
von meinem Leben. 

Doch, ich war ganz gebannt, 
als ich seinen wahren 
Beweggrund verstand. 

Er war auf der Suche nach einem
Ort; "wo das nicht ankommt". 
Einen Ort ohne Netzempfang?!
Ich will mich ja nicht 
zu weit aus dem Fenster lehnen, 
aber für viele wäre das wohl so,
als würde man ihnen die Luft
zum atmen nehmen. 

Wie soll das gehen? 

Dann müsste man sich ja 
wieder mit sich selbst
beschäftigen, vielleicht  
ein Buch zur Hand nehmen 
oder gar miteinander reden.

Die Idee ist gut, 
denke ich,
Blicke kurz vom Bildschirm auf,
für den Anfang lösche ich gleich 
mal meinen Browserverlauf.

Momentum

Wir beschleunigen das Leben,
in der Angst, 
wir könnten etwas verpassen. 
Jedoch, 
gerade weil wir  
es beschleunigen 
verpassen wir es. 

Wir wollen alles
und das zur gleichen Zeit.
Doch dabei verlieren wir 
den Bezug zur wahrhaftigen
Wirklichkeit. 

Dereinst ging es 
den Menschen 
draußen in der Natur 
um das wundervolle 
Zusammenspiel von Farben. 
Heute ist es es den meisten 
viel wichtiger, 
ob sie dort auch 
Internetzugang haben.